Brennnessel (Bio)

11,90  inkl. 5% oder 17% MwSt. bis 31.12.2020

Kategorie:

Beschreibung

125 Gramm

– 100 % fein gemahlenes Brennnessel Superfood-Pulver

– mit Calcium für gesunde Knochen und Zähne

– schonend getrocknet in Rohkostqualität

– aus kontrolliert biologischem Anbau

– für die vegane Ernährung geeignet

Herkunftsland: Deutschland

Inhalt: Bio-Brennnessel (100 %)

Zubereitung: 1 Teelöffel zusammen mit 200 ml Wasser und süßem Obst (z. B. Apfel oder Banane) 1 Minute im elektrischen Mixer pürieren. Fertig ist der Brennnessel-Smoothie!  

Geschichte der Brennnessel

Die botanische Bezeichnung der Brennnessel “Urtica Diocia” kommt aus dem lateinischen “uro” und bedeutet auf Deutsch “Brennen”, was von der schmerzhaften Reaktion herrührt, die das Berühren der Pflanze auf der Haut auslöst.

Wir waren alle schon mal an diesem Punkt. Es ist Sommer, es ist ein schöner Tag, und du schlenderst auf einem Pfad durch den Wald. Du gehst deines Weges entlang und genießt die Anblicke, Geräusche und Gerüche deiner Umgebung, als du harmlos an einem Büschel hüfthoher Pflanzen vorbeigehst. Du denkst gar nichts dabei. Sie sind krautig und fallen nicht leicht ins Auge. Ein paar Schritte später beginnt das Brennen. Es ist anfangs mild, aber wo immer deine Haut auf das Gewebe dieser Pflanzen traf, beginnt sich ein juckendes, brennendes Gefühl zu entwickeln. Du hast wahrscheinlich gerade eine Brennnessel berührt. 

Die Brennnessel stammt aus einer Handvoll Gattungen. Es gibt viele verschiedene Brennnesselarten, aber am ehesten trifft man entweder auf die Brennessel (Urtica dioica) oder die Holzbrennessel (Laportea canadensis), die beide zur Familie der Brennesselgewächse (Urticaceae) gehören. Bei näherer Betrachtung der Pflanze zeigt sich, dass sowohl die Stängel als auch die Unterseite der Blätter mit winzigen Haaren bedeckt sind. Diese Haare werden als Trichome bezeichnet. Eine Reihe dieser Trichome sind es, die dein Unbehagen verursacht haben. 

Diese Trichome wurden durch natürliche Selektion zu einer sehr effektiven Verteidigung verfeinert. Sie sind eine längliche Zelle, die sich auf einem mehrzelligen Sockel befindet. Sie sind ziemlich spröde und jeder Kontakt mit ihnen führt zum Bruch ihrer Spitzen. Sie sind innen hohl und sobald sie einmal gebrochen sind, funktionieren sie im Wesentlichen wie kleine subkutane Nadeln. Sie dringen in die Haut eines Tieres ein, welches das Pech hat, sie zu berühren und spritzen eine irritierende Flüssigkeit in das Gewebe ihres “Angreifers”. Die Flüssigkeit selbst ist sehr interessant. Chemische Analysen haben ergeben, dass sie aus einer komplexen Mischung von Histaminen, Acetylcholin, Serotonin und sogar Ameisensäure besteht. Die Chemiker arbeiten noch daran, die genaue Zusammensetzung dieser chemischen Waffe der Brennnessel zu ermitteln und herauszufinden wie stark die Unterschiede zwischen den verschiedenen stechenden Brennnessel-Arten sind. 

Wie du aus diesem Punkt vielleicht geschlossen hast, sind diese stechenden Haare ein Abwehrmechanismus. Sie schützen die Pflanze vor Pflanzenfressern. Allerdings werden nicht alle Pflanzenfresser durch diese Verteidigung abgeschreckt. Es wurde festgestellt, dass wirbellose Tiere kein Problem damit haben, durch die stechenden Haare zu navigieren. Stattdessen wird angenommen, dass sich die stechende Natur der Brennnessel als Reaktion auf große Pflanzenfresser aus der Familie der Säugetiere entwickelt hat. Dies ist sinnvoll, da größere Pflanzenfresser eine größere Bedrohung für die gesamte Pflanze darstellen als wirbellose Tiere.

Noch interessanter ist, dass stark geschädigte Pflanzen Blätter und Stängel mit einer höheren Dichte an Brennhaaren nachwachsen lassen als Pflanzen, die eine geringere Schädigung durch Pflanzenfresser erfahren haben. Auch das macht großen Sinn. Brennende Haare benötigen Ressourcen, um zu produzieren, so dass Pflanzen, die keine hohen Raten von Pflanzenfressern erfahren haben, sich nicht die Mühe machen, wertvolle Ressourcen für ihre Produktion bereitzustellen. Umgekehrt ist die Gefahr groß, dass eine Brennnessel, die bereits durch einen Pflanzenfresser geschädigt wurde, wieder Ziel einer Fressattacke wird. Daher schützt sie sich für die zukunft umso stärker durch noch mehr Haare.

Auch sehr interessant ist der Umstand, dass bei der Brennessel (U. dioica) männliche und weibliche Pflanzen unterschiedliche Dichten von Brennhaaren aufweisen. Weibliche Pflanzen produzieren mehr brennende Haare als männliche. Es wird angenommen, dass die weibliche Brennnessel, da sie mehr Ressourcen in die Saatgutproduktion investieren muss als die männliche Brennnessel in die Pollenproduktion, auch mehr in den Schutz dieser wertvollen Reproduktionsgüter investieren muss. 

Die Brennnessel ist nicht die einzige Pflanze, die solche stechenden Trichome produzieren. Viele andere Pflanzenarten haben sich dieser Abwehrstrategie angeschlossen. Wenn du das jemals für dich selbst erlebt hast, kannst du wirklich verstehen, wie effektiv das Ganze sein kann.